Blog / Fernerkundung / Gitterbodenproben & Fernerkundung: Datengesteuerter Wandel in der Präzisionslandwirtschaft

Gitterbodenproben & Fernerkundung: Datengesteuerter Wandel in der Präzisionslandwirtschaft

Rasterbasierte Bodenprobenahme und datengestützte Fernerkundung: Ein Wandel in der Präzisionslandwirtschaft
1 Minute Lesezeit |
Teilen Sie

Die traditionelle Landwirtschaft behandelt ein ganzes Feld oft einheitlich – mit der gleichen Menge an Saatgut, Dünger oder Kalk. Tatsächlich weisen Felder jedoch an verschiedenen Stellen sehr unterschiedliche Bodentypen und Fruchtbarkeitsgrade auf. In den letzten Jahren setzen aber immer mehr Landwirte im Rahmen der digitalen Landwirtschaft auf rasterförmige Bodenprobenahme und präzise Bodenanalysen.

Eine Studie zu US-Ackerland zeigt, dass Bodenprobenentnahmen mittlerweile auf rund 271.000 Hektar Mais und 141.000 Hektar Weizen durchgeführt werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den deutlich geringeren Zahlen vor einigen Jahren. Die Nutzung dieser Tests nimmt zu, da die Kosten für Laboranalysen sinken und Landwirte einen klareren Nutzen aus gezielten Nährstoffanwendungen ziehen. Gleichzeitig treiben weltweite Investitionen in Hardware für die Präzisionslandwirtschaft (die unter anderem die rasterförmige Bodenprobenahme unterstützt) das Marktwachstum an, das bis 2024 auf 10,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird und sich Prognosen zufolge in den nächsten Jahren verdoppeln soll.

Studien zeigen, dass die Düngung anhand von durchschnittlichen Feldwerten “alle Böden gleich behandelt” – eine Praxis, die Landwirten tendenziell Ertrags- und Geldverluste beschert. So ergab beispielsweise eine Studie, dass die Düngung auf Basis von Felddurchschnittswerten in einigen Bereichen oft zu Ressourcenverschwendung und in anderen zu Unterversorgung führt, wodurch der potenzielle Ertrag sinkt.

Böden weisen jedoch von Natur aus Unterschiede auf: Frühere Erosion, Topografie und Anbaugeschichte führen selbst innerhalb eines einzelnen Feldes zu erheblichen Schwankungen des pH-Werts, der Nährstoffe, der Feuchtigkeit und des Gehalts an organischer Substanz. An höher gelegenen Stellen kann die oberste Bodenschicht verarmt sein, während an tiefer gelegenen Stellen mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe gespeichert werden. Werden all diese Bereiche gleich behandelt, werden diese Unterschiede ignoriert.

Was ist Rasterbodenprobenahme?

Die Rasterbodenprobenahme ist eine systematische Methode zur Bodenanalyse eines gesamten Feldes. Anstatt ein oder zwei zufällige Proben zu entnehmen, wird das Feld mit einem gedachten Raster aus kleinen, gleich großen Zellen überlagert (z. B. 0,4–1 Hektar pro Zelle). Ein GPS-Gerät führt den Probenehmer zum Mittelpunkt jeder Zelle. An jedem Rasterpunkt entnimmt der Probenehmer mehrere Bodenproben (typischerweise 10–15) aus der Umgebung dieses Punktes und vermischt sie zu einer Mischprobe.

Jede Zelle liefert somit eine Bodenprobe, die diesen winzigen Bereich des Feldes repräsentiert. Die Größe des Rasters (Zellfläche) wird so gewählt, dass ein optimales Verhältnis zwischen Detailgenauigkeit und Kosten besteht – kleinere Zellen (mehr Punkte) ermöglichen eine feinere Auflösung, sind aber teurer in der Probenahme. Studien legen nahe, dass Raster von 1 Acre mehr als 80% der Feldvariabilität erfassen, während Raster von 2,5 Acre etwas weniger erfassen. Einige wichtige Punkte sind:

  • Teilt das Feld in gleich große Zellen auf (z. B. jeweils 1–2,5 Hektar).
  • Verwendet GPS zur Abtastung von Punkten an festen Positionen (schwarze Punkte in der Abbildung).
  • Sammelt 10–15 Bodenkerne pro Punkt und sendet die Mischprobe ans Labor.

Was ist Rasterbodenprobenahme?

1. Planung des Stromnetzes: Vor der Probenahme wählen Landwirte die Rastergröße anhand der Feldgröße, der Variabilität und des Budgets. Üblicherweise werden etwa 2,5 Acres pro Probenahme gewählt; für sehr hochauflösende Untersuchungen können auch 1-Acre-Zellen verwendet werden. Die GPS-Koordinaten für jeden Rasterpunkt werden in einer Karte oder einem Probenahmeplan erfasst.

2. Probenentnahme: An jedem markierten Punkt entnimmt der Probennehmer Bodenproben im Umkreis von wenigen Metern. Alle Proben eines Punktes werden in einem Probenbeutel gesammelt. Die Verwendung einer sauberen Edelstahlsonde oder eines Bohrers sowie eines GPS-Geräts gewährleistet die Genauigkeit. Probenahmetiefe und Anzahl der Proben pro Punkt entsprechen bewährten Verfahren (z. B. 10–15 Proben pro Punkt, um mikroskopische Schwankungen auszugleichen).

3. Laboranalyse: Die Mischproben werden an ein Bodenlabor geschickt. Dort werden wichtige Bodeneigenschaften gemessen: pH-Wert, verfügbare Nährstoffe (Phosphor, Kalium, Stickstoff usw.), organische Substanz und gegebenenfalls Mikronährstoffe bzw. die Mikronährstoffversorgungskapazität. Diese Nährstoffdaten werden anschließend mit den GPS-Koordinaten jedes Rasterpunkts verknüpft.

4. Das Ergebnis – Bodennährstoffkarten: Sobald alle Laborergebnisse vorliegen, werden die Datenpunkte interpoliert, um kontinuierliche Bodenkarten für das Feld zu erstellen. Die Software kann Konturen oder Schattierungszonenkarten für jeden Parameter zeichnen – beispielsweise zur Darstellung von Bereichen mit “hohem”, “mittlerem” und “niedrigem” Phosphor- oder pH-Gehalt im Boden.

Mithilfe dieser Bodenvariabilitätskarten kann der Landwirt genau erkennen, welche Bereiche seines Feldes reich oder arm an den jeweiligen Nährstoffen sind. So stellt beispielsweise eine Studie fest, dass Rasterprobenkarten “Unterschiede in der Fruchtbarkeit aufzeigen, die bei herkömmlichen Feldversuchen übersehen werden können”, wodurch Nährstoffe wie Phosphor- und Kaliumdünger oder Kalk nur dort ausgebracht werden können, wo sie einen Nutzen bringen.

Die Rasterprobenahme ermöglicht eine sehr detaillierte Darstellung der Bodenfruchtbarkeit. In der obigen Karte zur Präzisionslandwirtschaft entspricht jeder Punkt einer beprobten Stelle. Die daraus resultierenden Karten (nicht abgebildet) können Muster hervorheben, wie beispielsweise einen Bereich mit niedrigem pH-Wert oder eine Zone mit geringem Stickstoffgehalt. So ergab beispielsweise eine US-amerikanische Studie, dass Landwirte, die auf bodenprobenbasierter Nährstoffbewirtschaftung 671 TP3T umstellten, höhere Erträge erzielten und etwa 1 TP4T24 pro Acre an Maiskosten einsparten.

Diese Verbesserungen resultieren aus der gezielten Ausbringung der richtigen Nährstoffe – eine Entscheidung, die nur mit detaillierten Rasterkarten der Bodenbeschaffenheit möglich ist. Die regelmäßige, alle paar Jahre durchgeführte Rasterprobenahme hilft zudem, die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit unter den neuen Bewirtschaftungsmethoden zu überprüfen.

Die Rolle der Fernerkundung bei der rasterförmigen Bodenprobenahme

Fernerkundung bedeutet, Informationen über ein Feld aus der Ferne zu erfassen, ohne den Boden oder die Pflanzen physisch zu berühren. In der Landwirtschaft werden dafür typischerweise Satelliten, bemannte Flugzeuge oder Drohnen mit Kameras oder Sensoren eingesetzt. Diese Sensoren erfassen reflektiertes Sonnenlicht (oft im sichtbaren und infraroten Spektralbereich) oder andere Signale von der Oberfläche. Das gängigste Ergebnis ist eine Bildebene, die den Zustand der Pflanzen oder die Bodenfeuchtigkeit widerspiegelt.

Verwandt:  Evapotranspirationsüberwachung mittels Fernerkundungsmethoden und -modellen

Satelliten wie Sentinel-2 oder Landsat erfassen beispielsweise regelmäßig multispektrale Bilder von jedem Feld der Welt. Flugzeuge (mit Starrflügelflugzeugen) können hochauflösende Fotos über große Gebiete aufnehmen. Unbemannte Drohnen (UAVs) können sogar unter Wolken fliegen, um bei Bedarf hochauflösende Bilder von einzelnen Feldern zu liefern.

Der bekannteste Fernerkundungsindikator für Nutzpflanzen ist der Normalized Difference Vegetation Index (NDVI). Der NDVI vergleicht, wie viel Licht Pflanzen im roten und nahinfraroten Bereich reflektieren. Gesunde grüne Pflanzen absorbieren rotes Licht (für die Photosynthese) und reflektieren nahinfrarotes Licht (NIR). Unbedeckter Boden und Wasser führen zu einem NDVI-Wert nahe 0 oder negativ. Vereinfacht gesagt: Ein höherer NDVI-Wert bedeutet grünere, gesündere Pflanzen; ein niedrigerer NDVI-Wert bedeutet spärlichere oder gestresste Vegetation.

Die Rolle der Fernerkundung bei der rasterförmigen Bodenprobenahme

Wie Fernerkundung hilft: Fernerkundung ersetzt zwar nicht die Bodenprobenahme, stellt aber eine wichtige Ergänzung dar. Bildmaterial kann räumliche Muster des Pflanzenzustands aufzeigen, die häufig die Bodenvariabilität widerspiegeln. So können beispielsweise durch Trockenheit oder Nährstoffmangel beeinträchtigte Gebiete als Bereiche mit niedrigem NDVI-Wert erscheinen.

Wie eine Plattform für Präzisionslandwirtschaft feststellt, zeigen Satellitenbilder “Pflanzenwachstumsmuster, die typischerweise die Bodenvariabilität widerspiegeln” und so die Planung von Probenahme und Bewirtschaftung erleichtern. Mithilfe von NDVI-Satellitenkarten können Landwirte im Laufe der Zeit Trends erkennen: Weist beispielsweise eine bestimmte Ecke des Feldes Jahr für Jahr einen konstant niedrigeren NDVI-Wert auf, deutet dies auf ein chronisches Problem hin (schlechte Drainage, niedriger pH-Wert usw.).

Fernerkundung liefert zudem zeitliche Daten. Im Gegensatz zu einer einmaligen Bodenprobe können wir wöchentlich oder sogar täglich ein Bild des Feldes erhalten. So können Landwirte die Veränderungen des Pflanzenzustands im Laufe der Saison verfolgen. Verfärbt sich ein Bereich zwischen zwei Bildern plötzlich rot (niedriger NDVI-Wert), deutet dies auf eine neue Stresssituation hin (Schädlingsbefall, Trockenstress usw.). Diese zeitliche Übersicht hilft dabei, den richtigen Zeitpunkt und Ort für Feldkontrollen zu finden und die Bewirtschaftung während der Vegetationsperiode anzupassen.

Schließlich können historische Bilddaten die Probenahmestrategie optimieren. Zeigt die Fernerkundung, dass nur ein Teil eines Feldes Probleme aufweist, kann ein Landwirt in diesem Bereich ein feineres Probenahmeraster und im übrigen Gebiet ein gröberes Raster wählen. Satelliten- und Drohnenkarten helfen also, die Bodenprobenahme gezielt dort durchzuführen, wo sie am wichtigsten ist, und den Prozess dadurch effizienter zu gestalten.

Integration von Rasterprobenahme und Fernerkundung

Die Integration von Rasterprobenahme und Fernerkundung findet zunehmend Anwendung: In den USA werden bereits auf mehr als der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen Technologien wie Teilbreitensteuerungen für Spritzmaschinen, Reihensteuerungen für Sämaschinen und Präzisionsbodenproben eingesetzt. Auch die Ertragsüberwachung wird auf rund 701.000 Hektar Maisanbaufläche genutzt. Marktprognosen zufolge wird der Gesamtmarkt für Präzisionslandwirtschaft (Hardware + Software + Dienstleistungen) von rund 10,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf über 21 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 wachsen.

Diese Zahlen belegen, dass die Kombination von Bodenmessdaten aus Feldversuchen mit Luft- und Satellitenbildern zunehmend die Grundlage vieler landwirtschaftlicher Praktiken bildet. Ihr volles Potenzial entfaltet sich jedoch erst, wenn wir Rasterproben mit Fernerkundungsdaten in einem kontinuierlichen Feedback-Kreislauf verknüpfen. Jede Methode gleicht die Schwächen der anderen aus.

1. Überprüfung der Ergebnisse (Kalibrierung des Bildmaterials): Rasterbasierte Bodenproben liefern die “Referenzwerte”, die zur Interpretation von Fernerkundungsdaten beitragen. Zeigt beispielsweise eine NDVI-Karte ein Gebiet mit geringer Bodenvitalität an, kann eine Bodenprobe von dieser Stelle einen niedrigen Kaliumgehalt aufdecken. Forscher haben auf verschiedenen Feldern starke Korrelationen zwischen Bodenmesswerten und Spektralindizes festgestellt (z. B. zwischen pH-Wert oder Nährstoffen im Boden und Satellitendaten). Durch die Entwicklung eines Modells, das den NDVI (oder andere Spektralbänder) mit im Labor gemessenen Werten in Beziehung setzt, können wir die Fernerkundung nutzen, um die Bodenfruchtbarkeit an nicht beprobten Standorten vorherzusagen.

2. Extrapolation und Interpolation: Da Satelliten das gesamte Feld gleichzeitig erfassen, schließen sie die Lücken zwischen den Probenahmepunkten. Angenommen, wir haben beispielsweise alle 2,5 Acres Proben genommen, benötigen aber eine detailliertere Karte. Korreliert der NDVI-Wert mit dem Nährstoffgehalt, können wir die Werte zwischen den Rasterpunkten mithilfe der NDVI-Gradienten interpolieren. Dies erhöht die effektive Auflösung erheblich. In einer Fallstudie nutzten Forscher Satellitendaten, die mit dem pH-Wert des Bodens korreliert waren, um eine optimale Probenahme zu planen und anschließend mit deutlich weniger Proben präzise, hochauflösende pH-Karten zu erstellen.

Integration von Rasterprobenahme und Fernerkundung

3. Erstellung von VRT-Verschreibungskarten: Die Kombination aus detaillierten Bodenkarten und Satellitenbildern bildet die Grundlage für die variable Ausbringungstechnik (VRT). Beispielsweise kann eine Software zur Düngung eine NDVI-Karte mit einer Nährstoffkarte des Bodens überlagern und so eine Applikationskarte erstellen, die die Ausbringungsmenge über das gesamte Feld variiert. Ein mögliches Szenario: Die NDVI-Karte zeigt, dass ein südlicher Bereich des Feldes im Wachstum zurückbleibt, und Bodenproben bestätigen dort einen niedrigen Phosphorgehalt.

Der Landwirt kann dann eine phosphorreiche Düngung genau für diese Zone erstellen und gleichzeitig in gesunden Bereichen Dünger einsparen. In der Praxis hat die NDVI-gestützte Düngung zu deutlichen Verbesserungen geführt. So konnte beispielsweise ein thailändischer Maisbauer mithilfe von NDVI-Bildern zur Mitte der Vegetationsperiode Stresszonen identifizieren.

Bodenproben bestätigten den Stickstoffmangel in diesen Bereichen, daher wurde nur dort gedüngt. Die Pflanzen erholten sich daraufhin innerhalb weniger Wochen. Dieser gezielte Ansatz steigerte Ertrag und Gleichmäßigkeit und demonstrierte, wie Bildmaterial und Proben gemeinsam eine effektive VRT (Variable Renewable Treatment) ermöglichen.

Verwandt:  Weltbodentag 2022

4. Abgrenzung der Managementzone: Anstatt starr an einem festen Raster festzuhalten, können Landwirte zu Bewirtschaftungszonen übergehen – größeren Gebieten mit weitgehend einheitlichen Bedingungen. Diese Zonen werden oft durch die Kombination verschiedener Daten definiert: Ergebnisse von Rasterbodenanalysen, Ertragskarten, Höhendaten und historisches Bildmaterial.

Felder lassen sich beispielsweise in Zonen mit ähnlichem Bodentyp oder NDVI-Muster unterteilen. Zukünftige Bodenproben können dann zonenweise statt punktweise entnommen werden. Dies kann die Kosten senken: Eine Studie zeigt, dass die Düngemitteleffizienz durch die Vorplanung von Zonen um bis zu 251 Tonnen pro Quadratkilometer gesteigert werden kann. Satellitenbilder und Ertragsdaten tragen somit dazu bei, diese Zonen im Laufe der Zeit zu optimieren.

5. Umwelt- und Wirtschaftsvorteile: Durch den variablen Einsatz von Betriebsmitteln verwenden Landwirte nur das, was dort benötigt wird, wo es benötigt wird, wodurch die Nährstoffeffizienz verbessert wird. Rasterbasierte Karten haben sich als hilfreich erwiesen. reduzieren Das Risiko von Nährstoffauswaschungen steigt, da die Anbauflächen mit hohem Düngereinsatz begrenzt sind. Ein gleichmäßigeres Pflanzenwachstum stabilisiert zudem die Erträge.

Langfristig tragen diese Instrumente zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Kostensenkung bei. So vermeidet beispielsweise die präzise Kalkung anhand dieser Daten eine Überkalkung einzelner Bereiche und die Vernachlässigung anderer, wodurch Kalkkosten gespart und gleichzeitig die Bodenversauerung verhindert wird.

6. Feedback im Laufe der Zeit: Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass es sich um einen kontinuierlichen Prozess handelt, nicht um eine einmalige Angelegenheit. Jede Saison erfassen Landwirte Ertragsdaten, Drohnenbilder und neue Bodenproben. Eine Plattform kann diese Daten übereinanderlegen, um zu verstehen, warum sich bestimmte Gebiete unterschiedlich verhalten. Anders ausgedrückt: Rasterproben zeigen, was sich aktuell im Boden befindet; Fernerkundung zeigt, wie die Pflanzen darauf reagiert haben.

Die Kombination dieser Methoden über Jahre hinweg schafft einen Lernprozess. Eine Studie der EOSDA erklärt, dass man nach dem ersten Bodenanalysezyklus weiß, wo man steht. Durch wiederholte Probenahmen und die Überlagerung mit Satelliten- und Ertragsdaten lässt sich erkennen, wie sich das Feld unter den gewählten Maßnahmen verändert, wodurch das Management kontinuierlich optimiert wird.

Wichtigste Anwendungsgebiete der rasterförmigen Bodenprobenahme in der Präzisionslandwirtschaft

Da der globale Markt für Präzisionslandwirtschaft bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von 16,35 Milliarden US-Dollar erreichen wird (mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 131,3 Billionen US-Dollar), werden digitale Landwirtschaftswerkzeuge zu einem zentralen Bestandteil der modernen Landwirtschaft. Landwirte sehen sich heute mit steigenden Betriebsmittelkosten, Klimaunsicherheit und dem Druck der Nachhaltigkeit konfrontiert, wodurch der datengestützte Einsatz von Betriebsmitteln wichtiger denn je ist.

Wichtigste Anwendungsgebiete der rasterförmigen Bodenprobenahme in der Präzisionslandwirtschaft

Durch die Integration von Rasterbodenkarten, Satellitenbildern und Maschinendaten können Landwirte die Erträge steigern und gleichzeitig Abfall reduzieren. Mithilfe dieser integrierten Daten erstellen sie präzise Betriebsmittelempfehlungen. Zum Beispiel:

Karten für variable Tariftechnologie (VRT)Anhand von Bodennährstoffkarten und NDVI-Mustern erstellt Software Karten für GPS-gesteuerte Streugeräte. Kalkwagen nutzen eine Kalkkarte, um den Säuregehalt nur dort zu neutralisieren, wo der pH-Wert niedrig ist. Düngerstreuer verwenden eine P- oder K-Karte, die auf Laborergebnissen basiert. Moderne Systeme können NDVI-Karten sogar direkt auf das Streugerät übertragen, sodass Bereiche mit hohem NDVI-Wert (starker Boden) mehr Dünger erhalten, während Bereiche mit niedrigem NDVI-Wert weniger Dünger bekommen.

Bei Sojabohnen ging ein brasilianischer Landwirt genau so vor: Seine Maschine brachte in schlecht reagierenden Bereichen fast keinen Dünger aus und in gut reagierenden Bereichen höhere Dosen, wodurch der Ertrag in den guten Bereichen gesteigert und Verschwendung in den schlecht reagierenden Bereichen vermieden wurde.

ManagementzonenWeltweit nutzen rund 701.000 Tonnen Landwirte, die Präzisionslandwirtschaft anwenden, Managementzonen zur Optimierung des Betriebsmitteleinsatzes. Dieser Ansatz ermöglicht es ihnen, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie am meisten benötigt werden, anstatt Felder einheitlich zu behandeln. Studien zeigen, dass Landwirte den Düngemittelverbrauch um bis zu 201.000 Tonnen reduzieren und gleichzeitig die Erträge erhalten oder sogar steigern können.

Wie beschrieben, lassen sich durch die Kombination aller Daten 3–10 Zonen pro Feld mit ähnlichen Bedürfnissen identifizieren. Zukünftige Rasterbeprobungen oder gezielte Probenahmen erfolgen innerhalb jeder Zone anstatt auf dem gesamten Feld. Dies spart Zeit und Kosten und erfasst dennoch die wichtigsten Unterschiede. Die Zonen vereinfachen zudem die Bewirtschaftung: Anstatt Dutzender Rasterrechtecke zu bewirtschaften, kann ein Landwirt beispielsweise nur 4 Zonen mit jeweils einer einheitlichen Düngermenge bearbeiten.

NachhaltigkeitDie Landwirtschaft ist für über 301 Tonnen globaler Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei die Überdüngung einen wesentlichen Beitrag leistet. Präzises Nährstoffmanagement gilt zunehmend als Lösung und hilft Landwirten, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Wasserqualität zu schützen. Gezielte Düngemittelgaben können den Stickstoffabfluss um 15–251 Tonnen verringern und gleichzeitig die Nährstoffeffizienz verbessern.

Gezielte Düngung reduziert überschüssigen Dünger in der Umwelt. Landwirte bringen Nährstoffe nur dort aus, wo der Boden wenig Nährstoffe enthält oder die Pflanzen nur schwach wachsen. Dadurch werden Auswaschung und Oberflächenabfluss verringert. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern schützt auch die Gewässer. Darüber hinaus hilft die Überwachung von Trends (durch wiederholte Probenahmen und Bildanalysen), die Ansammlung von Salzen oder Nährstoffen an bestimmten Stellen zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine höhere Nährstoffeffizienz und oft auch höhere Gewinne.

Nutzung von GeoPard zur Steigerung der Effizienz und Praktikabilität der rasterförmigen Bodenprobenahme

GeoPard steigert die Effizienz und Praktikabilität der rasterbasierten Probenahme durch die Einführung fortschrittlicher digitaler Werkzeuge, die den gesamten Prozess automatisieren und optimieren. Intelligente Probenahmeplattform, GeoPard ermöglicht es Nutzern, Probenahmeraster mit individuell anpassbaren Zellengrößen zu erstellen, die auf die Feldgröße, die Kulturart oder die Präferenzen des Landwirts zugeschnitten sind. Das System weist jedem Probenahmepunkt präzise GPS-Koordinaten zu, wodurch Schätzungen überflüssig werden und die Reproduzierbarkeit über mehrere Saisons hinweg gewährleistet ist.

  • Schaffung intelligenter Stromnetze: Erzeugt automatisch anpassbare Raster mit präzisen GPS-Koordinaten für jeden Punkt.
  • Optimale Pfadplanung: Berechnet die effizienteste Fuß-/Fahrroute über alle Punkte hinweg und spart so Zeit und Kraftstoff.
  • Echtzeitnavigation: Die mobile Integration leitet die Bediener direkt zu jedem einzelnen Probenahmepunkt im Feld.
  • Intelligente Etikettierung und Datenverwaltung: Jede Probe wird eindeutig mit ihrem GPS-Standort verknüpft, wodurch Fehler reduziert und die Arbeitsabläufe im Labor vereinfacht werden.
  • Einfache Datenintegration: Laborergebnisse können direkt in GeoPard importiert werden, um Nährstoffkarten für jede Rasterzelle zu erstellen.
  • Konkrete Handlungsempfehlungen: Ermöglicht die Erstellung von auf Rasterdaten abgestimmten, variablen Düngemittel- oder Kalkapplikationen.
Verwandt:  Bodenprobenentnahme: Zufällig, Gitterförmig und Zonenbasiert

Durch die Kombination der traditionellen Vorteile der rasterförmigen Bodenprobenahme mit moderner digitaler Technologie wandelt GeoPard einen ehemals arbeitsintensiven Prozess in einen hocheffizienten, datengestützten Arbeitsablauf um. So erhalten Landwirte nicht nur ein präzises Ausgangsverständnis ihrer Böden, sondern schaffen auch eine solide Grundlage für die kontinuierliche Anwendung präzisionsorientierter Landwirtschaftsmethoden.

Herausforderungen und Überlegungen

Rasterstichprobenverfahren und Fernerkundung sind zwar leistungsstark, haben aber auch ihre Grenzen und sind für sich genommen keine “Wunderlösung”.

1. Einschränkungen der Rasterstichprobe: Die Entnahme zahlreicher Bodenproben ist teuer und zeitaufwendig. Das Abfahren des Feldes, um an jedem Rasterpunkt 10–15 Bodenproben zu entnehmen (auf einem großen Bauernhof oft Hunderte), kann Stunden dauern. Jede Probe verursacht Kosten für die Laboranalyse. Daher ist die Rasterweite häufig ein Kompromiss.

Die Rasterprobenahme liefert lediglich eine Momentaufnahme – sie gibt Aufschluss über den Zustand des Bodens zum Zeitpunkt der Probenahme, aber nicht über dessen Entwicklung im Laufe der Vegetationsperiode. Um aus den Rohdaten konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten, sind zudem spezielle Software oder agronomische Beratung erforderlich. (In manchen Fällen kann eine einfache Mittelwertbildung oder Zonierung der Daten notwendig sein, um sie nutzbar zu machen.)

2. Grenzen der Fernerkundung: Satelliten- oder Drohnenbilder können zwar zeigen, wo etwas nicht stimmt, aber nicht warum. Ein Bereich mit niedrigem NDVI-Wert kann beispielsweise durch Dürre, Krankheiten, Schädlinge oder Nährstoffmangel im Boden verursacht sein – die Bilder selbst geben keine Auskunft über die Ursache. Wolken können die Bildqualität beeinträchtigen.

Hochauflösende Bilder (z. B. <10 m Pixel) können Kosten verursachen oder spezielle Zugangsvoraussetzungen erfordern. Wärmebild- und Radarsensoren stehen zwar zur Verfügung, um einige Lücken zu schließen (z. B. Feuchtigkeitsmessung oder Tag-/Nachtaufnahmen), erhöhen aber die Komplexität. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der NDVI ein aussagekräftiger Indikator für die Pflanzengesundheit ist, dem Landwirt aber allein keine Auskunft darüber gibt, welche Düngung oder Behandlung erforderlich ist.

3. Integration ist unerlässlich: Aufgrund dieser Einschränkungen liegt die wahre Stärke in der kombinierten Anwendung beider Instrumente. Bodenproben ohne Bildmaterial lassen viele nicht beprobte Bereiche im Unklaren, und Bildmaterial ohne Proben lässt den Landwirt die Ursache von Stressfaktoren nur erahnen. Durch den Abgleich der Daten (z. B. die Überprüfung von Zonen mit niedrigem NDVI-Wert anhand von Bodenanalysen) gewinnen Landwirte Vertrauen in die Aussagekraft ihrer Karten.

Experten betonen, dass ein effektives Management beide Datensätze kombiniert. Rasterproben liefern präzise Nährstoffkarten, allerdings auf einem festen Raster; Fernerkundung ermöglicht einen umfassenden Überblick, erfordert aber eine Kalibrierung. Gemeinsam gleichen sie die jeweiligen Schwächen aus.

Die Technologie entwickelt sich rasant. Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft nimmt explosionsartig zu – Schätzungen zufolge werden 80,1 bis 30 % aller kommerziellen Drohnen in der Landwirtschaft eingesetzt. Drohnen können immer günstigere Multispektralkameras tragen, mit denen Landwirte hochauflösende NDVI-Karten bei Bedarf erstellen können. Gleichzeitig wachsen die Satellitenkonstellationen; neue Minisatelliten können Felder täglich mit einer Auflösung von 5–10 m überfliegen.

Ein weiterer wichtiger Trend sind KI und maschinelles Lernen. Es werden Algorithmen entwickelt, um automatisch Muster in den kombinierten Daten zu erkennen: beispielsweise durch die Gruppierung von Bildern und Bodenproben, um optimale Zonen vorzuschlagen, oder durch die Verwendung historischer Satellitenzeitreihen und vergangener Erträge zur Vorhersage von Problemzonen. Intelligente Plattformen können nun automatisch VRT-Empfehlungen aus hochgeladenen Boden- und Bilddaten generieren.

Wir erwarten zudem eine stärkere Integration von Sensoren: Beispielsweise könnten kostengünstige Sensoren in Traktoren die elektrische Leitfähigkeit oder Feuchtigkeit des Bodens während der Fahrt messen und so die Karten um eine weitere Ebene ergänzen. Auch diese Daten lassen sich mit Satellitendaten kombinieren. All dies deutet auf eine Zukunft hin, in der Satelliten, Drohnen, Sensoren und KI gemeinsam nahezu in Echtzeit Informationen über Boden und Pflanzen liefern. Wie ein Marktbericht feststellt, lässt die Verfügbarkeit hochauflösender Bilder und UAV-Technologie darauf schließen, dass die Nutzung von Fernerkundungsdaten in der Präzisionslandwirtschaft in den nächsten zehn Jahren stark zunehmen wird.“

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die flächendeckende Bodenprobenahme die entscheidenden Daten zu Nährstoffen und chemischer Zusammensetzung des Bodens liefert, während Fernerkundung den räumlichen und zeitlichen Kontext des Pflanzenwachstums aufzeigt. Flächenproben beantworten die Frage “Was befindet sich hier im Boden?”, Fernerkundungsbilder die Frage “Wie entwickelt sich die Pflanze dort (und wann)?”. Gemeinsam bilden sie das Datenfundament für die Präzisionslandwirtschaft. Mit diesen kombinierten Daten können Landwirte bedarfsgerechte Ausbringungspläne und aussagekräftige Bewirtschaftungszonen erstellen. Dies ermöglicht die präzise Ausbringung der richtigen Menge an Dünger oder Kalk in jedem Bereich des Feldes – wodurch Verschwendung reduziert, die Gleichmäßigkeit des Pflanzenwachstums verbessert und die Erträge gesteigert werden.

Fernerkundung
Hol dir die neuesten Nachrichten
von GeoPard

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Abonnieren

GeoPard bietet digitale Produkte, um das volle Potenzial Ihrer Felder auszuschöpfen und Ihre agronomischen Leistungen mit datengesteuerten Präzisionslandwirtschaftspraktiken zu verbessern und zu automatisieren

Besuchen Sie uns im AppStore und bei Google Play

App Store Google Store
Telefone
Erhalten Sie die neuesten Nachrichten von GeoPard

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Abonnieren

Verwandte Beiträge

wpChatIcon
wpChatIcon

Entdecke mehr von GeoPard - Precision agriculture Mapping software

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

    Kostenlose GeoPard Demo / Beratung anfordern








    Mit Klick auf den Button stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen. Wir brauchen es für die Beantwortung Ihrer Anfrage.

      Abonnieren


      Mit Klick auf den Button stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen

        Schicken Sie uns Informationen


        Mit Klick auf den Button stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen